Themenweg

Emil Amacher, Altdorf

Gurtnellen Dorf – Abzweigung (Pt. 966) – Stäfeli – Egg – Schwarz Berg – Schnuerstock – Wildampferen – Staldi – Schipfenberg – Richligen – Gurtnellen Dorf.

ð Bild Rundweg   ï

Gurtnellen war einst ein zerstreutes Filialdorf der Gemeinde Silenen. Die umgebenden Berge galten für die Menschen aus dem Unterland bis vor 200 Jahren als schrecklich und gefährlich, ja sogar als ungastlich. Heute haben die Berge die Schrecken verloren und die Gastfreundschaft im Dorf Gurtnellen zeigt sich als uraltes Kulturgut.

Der Dorfkern von Gurtnellen, gruppiert um die 1783 erbaute kath. Pfarrkirche St. Michael, ist Ausgangspunkt der Geissberg Rundwanderung. Speziell geschaffene Wegweiser mit dem Kopf der Ziege (Geiss) begleiten uns auf dem ganzen Gebirgspfad. Das Urner Namenbuch verweist auf 16 Orts- und Flurnamen aus der Gegend, die uns Hinweisen auf die „Geiss“, die das Heimtier der einstigen armen Bauern war. Die Tiere zeigen uns heute noch deutlich das Verhalten ihrer Wildform, auch wenn sie etwas anders aussehen. Ziegen sind besonders gute Rauhfutterverwerter, dessen Erträge sich heute gut vermarkten lassen.

Ab der Abzweigung Gorneren – Stäfeli durch den Berg- und Schutzwald stösst der Bergwanderer auf manches Wunder der Natur: auf bunte Blumen, farbenfrohe Schmet-terlinge oder eindrückliche Fels strukturen. Der Weg vorbei an der Hütte Egg ist wohl anstrengend, überwinden wir doch bis zum lohnenden Aussichtspunkt Schwarz Berg 900 Höhenmeter. Der Kranz der Berge fällt ins Blickfeld. Besonders beeindrucken uns die Berge auf der rechten Seite der Reuss vom Schwarz Grat bis zum Taghorn. Der Tiefblick auf die typische Streusiedlung Gurtnellen weist zugleich auf die Eigenständigkeit der Menschen hin, die den Lawinen, Rüfen und Unwettern der Gegend Geissberg ausgesetzt sind. Hier hilft wohl nur die enge Verbundenheit zur Heimat und zum Paradies der Berge.

Der Bergweg führt nun unterhalb dem Schnuerstock auf 2000 m Höhe entlang des Lawinenverbaus zur Schutzhütte   bei   der Bergstation der   Transportseilbahn. Der Rastplatz   und die neuerstellte Feuerstelle   oberhalb der Schutzbauten im   Anrissgebiet der Lawinen laden   zum   Verweilen ein. Trotzdem ist   es  ratsam, den Horizont stets zu   beobachten um die Wetterlage zu   beurteilen. Die Umwandlung einer   Störung in Regen kommt in den   Bergen manchmal sehr rasch. Wer zur Bergspitze Witenstock 2391 m aufsteigen möchte, benütze die markierte weiss/blau/weisse Alpine Route, die Bergerfahrung erfordert.

Nun beginnt der sanfte Abstieg zur Alp Wildampferen, wo das Vieh die kurze Sommerzeit verbringt. Dessen Alpgebäude dient dem Bergwanderer wenn nötig als Obdach. Bislang war es üblich, dass der Älpler bei Beginn der Dämmerung mit   seiner   Folle den Betruf die bannenden Worte als Dank und Bittgebet in die Runde rief. Leider ist dieser Brauch als einstiges Kulturgut nur noch selten zu hören. Nun benützen wir den Alpweg bis zum Eingang ins Intschialptal. Die Geissgasse führt uns hangparallel durch den Wald über die Holzrüeri zum Schipfenberg, einem Rast und Aussichtsplatz an der Fahrstrasse, der uns das Endziel in Sichtweite bringt.

Im Blickfeld der Maria-Hilf-Kapelle oberhalb Richligen verlassen wir die asphaltierte Fahrstrasse und benützen entlang der verschiedenen Berggüter den einstigen, alten Chilenweg. Hier stehen die zerstreuten Heimwesen neben den Naturschönheiten der Bergwelt den Naturgewalten gegenüber, denen sie in besonderem Masse ausgesetzt sind. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass entlang der Wege Bergkreuze, Bildstöcke, Bergkapellen und Gedenktafeln anzutreffen sind, als Zeichen des Dankes und der Erinnerung. Die Wegbegleiter sind Teile des Kulturgutes und ergänzen die abwechslungsreiche reizvolle Landschaft. Ein letzter Wegweiser mit dem friedlichen Bild der „Geiss“ weist uns auf ein kurzes letztes Stück Asphaltstrasse, die uns ins bescheidene Gurtnellen Dorf bringt.

Weitere Zubringer zum Themenweg
Von Intschi kommend, auf dem alten Gotthardweg, bei Flätzgen rechts ab - nach Schluchen - bis zur letzten Harnadelkurve der Erschliessungsstrasse - bei Näntrigen in den Themenweg einsteigen.
Auf dem Weg von und nach Arni kann man in Ruopelingen, Ried,  Hütten oder Stäfeli in den Themenweg einsteigen.

Gurtnellen Dorf
Abzweigung Stäfeli (Pt. 966) 0h 10
Schwarz Berg 2h 10
Schutzhütte 2082 m 3h
Wildampferen 3h 30
Intschialp Tal 4h
Schipfenberg 4h 45
Pt. 1045 5h 15
Gurtnellen Dorf 5h 30

Gurtnellen Dorf Pt. 1045
Schipfenberg 0h 45
Intschialptal 1h 30
Wildampferen 2h 15
Schutzhütte 2082 m 3h 30
Schwarz Berg 4h 15
Abzweigung Stäfeli (Pt. 966) 5 h 15
Gurtnellen Dorf 5h 30